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Das Schulhaus, seine Geschichte von 1904 bis 2004

Schon vor der Jahrhundertwende war in Nieste eine Lehrerstelle ausgewiesen.
Unterrichtet wurde in den unterschiedlichsten Räumen, die von der Gemeinde
bereitgestellt wurden.

Aber dann, im Jahre 1904 stand das neue Schulhaus an der Witzenhäuser Straße. Es kostete der Gemeinde viel Geld, weil die Gemeinde einen eigenen Architekten beauftragte und daraufhin die Zuschüsse der Landesregierung gestrichen wurden. Die Gemeinde musste 54.000 Reichsmark bezahlen und der Abtrag dieser Summe dauerte bis 1946.

Im Jahre 1904 wurde das neue Schulhaus eingeweiht, es wirkte groß und gediegen, bereit, die kommenden Schülergenerationen aufzunehmen. Aber auch die Lehrer residierten im Haus. Eine wechselvolle Zeit, ein Kommen und Gehen von Lehrern und Lehrerinnen ist belegt, bis am Ende des zweiten Weltkrieges die Belegung des Schulhauses mit freigelassenen Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern dem Schulleben eine Zwangspause auferlegte.

Die Nachkriegsjahre erforderten von allen, Lehrern und dem Schulträger, damals die Gemeinde, ernorme Anstrengungen. Der sprunghafte Anstieg der Schülerzahlen, bedingt durch eine große Zahl von Heimatvertriebenen, die in Nieste aufgenommen wurden, machte weitere Unterrichtsräume notwendig. 1952 wurde der vierte Schulsaal im Rahmen eines Festaktes eingeweiht.Das Schulhaus präsentiert sich seither in dieser Form.

Unterrichtet wurden in ihm alle Jahrgänge von 1 bis 8. Auf kommunaler und politischer Ebene zeichneten sich zum Ende der 60er Jahre Neuordnungen ab, die im Wesentlichen auch die Schulstrukturen betrafen. Die Volksschule alten Stils gehört nun der Vergangenheit an.

Mit dem Bau der Gesamtschule in Oberkaufungen, die die Jahrgänge 5 bis 10 aufnimmt, wird die Volksschule in Nieste im Jahr 1970 zur eigenständigen Grundschule und umfasst die Jahrgänge 1 bis 4. Außerdem war nun nicht mehr die Gemeinde als Schulträger für den Erhalt und die Gestalt der Schule zuständig, sondern der Kreis übernahm alle Verpflichtungen und seine Trägerschaft.

Durchgängig war die Grundschule mit vier hauptamtlichen Lehrkräften besetzt und
einigen Stunden als Zusatzdeputate für Sport, Textiles Gestalten und Religion.
Im Sommer 1980 wird Herr Kilian nach 33jähriger verdienstvoller Tätigkeit in den
Ruhestand verabschiedet.Die Nachfolge der Schulleitung tritt Frau Liane Ludolph an.

Anfang der 80er Jahre werden noch einmal umfangreiche Veränderungen am alten Haus durchgeführt. Die zügigen Holzfenster werden durch Kunststofffenster ersetzt.
Im Keller werden Zwischenwände eingezogen, um die feuchten von den weniger
feuchten Teilen zu trennen. Das Treppenhaus bekommt einen neuen Anstrich.
Frau Ludolph verabschiedet sich im Juli 1987 aus dem Schuldienst.

Am 1.1.1988 übernimmt Frau Doris Müller die Stelle an der Grundschule Nieste.
1990 wird die Außenanlage erweitert, es entsteht ein Parkplatz und eine Rasenfläche
auf der eifrig gespielt wird. Der Zahn der Zeit nagt weiter am alten Gemäuer.
Eine Grundsanierung ist dringlich erforderlich um die alte Bausubstanz zu erhalten.
Die Feuchtigkeit dringt von unten aus den Grundmauern nach oben und von oben sickert das Regenwasser durch den Dachstuhl.

Die 1991 beantragte Sanierung wird auf Jahre verschoben, weil in den Gesamtschulen des Kreises Sanierungspriorität besteht. Dafür wird in Sportplatznähe eine Turnhalle gebaut und 1994 mit einem großen Fest das die Schulkinder gestalten, eingeweiht. Im selben Jahr verstirbt die Ehefrau des früheren Schulleiters Reim.
Die von ihr bewohnten Räume im oberen Geschoss der Schule werden frei und stehen
zur Nutzung zur Verfügung.

Geld für Renovierung ist knapp. Der Schulträger genehmigt Materialien und wer arbeitet? Natürlich fleißige Eltern. Sie entrümpeln und malen und nach mehreren Wochenendeinsätzen sind Büchereiräume und Musik- oder Mehrzweckraum für die Schule nutzbar. Endlich dann 1998 beginnen nach umfangreichen Schadensauflistungen im Schulhaus die Sanierungsmaßnahmen.

Während der Unterricht weitergeht werden Innen- und Außenarbeiten durchgeführt. Das alte Toilettenhaus verschwindet, ein neues wird angebaut. Das Lehrerzimmer wird erweitert. Wände fallen. Während der zweijährigen Bauphase ziehen Schüler/innen und Lehrer mit Sack und Pack mehrfach um. Eine logistische und auch körperliche Herausforderung für alle.

Im Sommer 2000 ist das Ergebnis zu genießen. Auch die Außenanlage wird neu
konzipiert und für die Schulkinder entsteht ein schönes Spielgelände.
Im Frühjahr 2002 wird das alte neue Haus mit einem gelungenen Festakt,
den die Schulkinder musikalisch gestalten und einem großzügigen Büffet
für alle hochrangigen Gäste, eingeweiht.

Zum hundersten Geburtstag 2004 „ Alles Gute" altes Schulhaus.

Quelle: “Festzeitung zum 100-sten Geburtstag” Autorin: D. Müller