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Die verbindliche Teilnahme am Theaterspielen

Das ganze Jahr über gibt es in unserer Grundschule Theater:

von der Einschulung bis zur Abschlussfeier, von Sketchen und Pantomimen über Komödien bis hin zum Krippenspiel.

Jedes Schuljahr an unserer Grundschule beginnt im Sommer mit dem Einschulungsgottesdienst, der durch ein kleines Theaterstück der Klasse 3 und musikalische Darbietungen der Klassen 3 und 4 (Gesang; Flötenspiel) untermalt wird. Seit einigen Jahren führen die Kinder der vierten Klasse regelmäßig in der Vorweihnachtszeit in der Kirche ein Krippenspiel auf, welches meist ebenfalls musikalisch ergänzt wird.

Auch bei Festen der Schule oder der Gemeinde Nieste finden verschiedene Aufführungen, darunter auch Theaterstücke oder Tanzauftritte, ihren Platz.

Weiterhin bemühen sich die Klassenlehrerinnen immer wieder darum, kleinere Darstellungen zu üben (zum Beispiel: Standbildbau beim Lesen einer Lektüre, Pantomimenspiele etc.), und Sketche oder auch Theaterstücke einzustudieren, die beispielsweise bei Klassenfesten aufgeführt werden.

Im vierten Schuljahr ist eine Schulstunde “Theaterspiel“ pro Woche im Stundenplan verbindlich verankert!

Potentiale des Theaterspielens mit Kindern

Kinder erfahren ihre Umwelt durch das Spiel. Mit dem Einüben und Aufführen von Theaterstücken kann die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit gefördert und nachhaltiges und fächerübergreifendes Lernen auf spielerische Weise initiiert werden. Auch zur Förderung der Sprachkompetenz kann das Theaterspielen mit Kindern sehr erfolgreich eingesetzt werden. Mit Hilfe von kindgerecht gestalteten Theaterstücken wird es Kindern ermöglicht, sich einer fremden Kultur und Sprache zugleich spielerisch und handlungsorientiert zu nähern. In allen Theaterstücken erleichtern musikalische und tänzerische Elemente den Kindern den emotionalen Zugang zum jeweiligen Thema des Stückes und unterstützen auf diese Weise die Nachhaltigkeit des Lernens. Das Theaterspielen an der Grundschule hat nicht unbedingt das Ziel, ein geschriebenes Theaterstück wortgetreu auf die Bühne zu bringen. Gerade fertige Texte müssen nicht selten daraufhin geprüft werden, ob sie für die Gruppe geeignet sind. Dazu ist vorher ein genaues Lesen des Textes nötig. Viele, positiv zu bewertende Punkte, können weiterhin für das Theaterspielen zusammengefasst werden:

Kinder...

  • haben Spaß und Freude, etwas nachzuahmen und auszuprobieren.
  • haben Lust, sich darzustellen oder die Darstellung anderer zu genießen.
  • haben Spaß am Verkleiden und Verstellen.
  • sind neugierig auf das, was entstehen wird.
  • haben das Recht, am Einüben gleichberechtigt teilzuhaben; dadurch gewinnen die Mitspieler an Selbstsicherheit und Selbstbeherrschung.
  • können am Theaterstück beteiligt werden - nicht nur als Spieler, sondern beispielsweise auch als Techniker, Statist ohne Text, Bühnengestalter,...

Weiterhin:

  • sind die Ideen, Einfälle und Phantasien aller Beteiligten erlaubt und werden möglichst schnell ausprobiert.
  • werden Sprache, Mimik und Gestik sowie die ganze Bewegung geschult.
  • erfahren die Mitspieler durch das Theaterspielen unmittelbar die Ergebnisse ihrer Selbsttätigkeit.
  • wird Freude und Vergnügen im gemeinsamen Spiel mit anderen erlebt.

Inhalte der Theater-Stunden

„Warming-up“ – Spiele

Verschiedene „warming-up“ – Spiele ermöglichen es den Kindern, sich „warm zu machen“: ihren Körper bzw. Bewegungen zu testen; sich spielerisch in andere Figuren hineinzuversetzen; (Fantasie-) Personen, Gefühle und unterschiedliche Charaktere darzustellen; voneinander „abzuschauen“, sich gegenseitig nachahmen oder einfach selbst Darstellungen mit bzw. Bewegungen ohne Geräusche / Text zu erfinden.

Spontanes Drauflosspielen

Aus unseren Erfahrungen können wir sagen, dass die Kinder einer Klasse durchaus in der Lage sind, aus dem Stegreif zu sprechen und zu handeln. Eine kurze Inhaltsangabe der Szene reicht aus. Die spontanen Ideen sind oft sehr gut und bieten die Möglichkeit, daran anzuknüpfen und die Szenen auszubauen.

Pantomimische Darstellungen

Kurze Szenen / Darstellungen aus verschiedenen Themenbereichen (wie z.B. Berufe, Sport, Tiere, Menschen, ...) werden pantomimisch dargestellt und müssen von den anderen erraten werden.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, Schauspieler aus einer Szene herauszulösen und direkt zu ersetzen: Durch ein Klatschzeichen teilt man den anderen mit, dass man die Rolle eines Darstellers übernehmen und weiter ausbauen möchte. Dabei verändern sich fortlaufend Szenen und Schauspieler. Kreative Ideen werden ausgebaut.

Einstudieren kleinerer Sketche

Die Kinder studieren kleinere Sketche ein, lernen erste Textpassagen auswendig und führen den Sketch der Klasse vor. Die anderen Kinder geben Rückmeldungen zu Sprache, Gestik und Mimik sowie Tipps und Verbesserungsvorschläge zu den Darstellungen.

Auswahl und Einstudierung von Theaterstücken

Stückauswahl

Der Lehrer sucht ein geeignetes Stück aus. Gemeinsam mit den Kindern werden Stücke thematisch besprochen. Eventuell wird der Text verändert oder an die Gegebenheiten angepasst.

Rollenverteilung

Die Rollenverteilung wird gemeinsam mit den Kindern abgesprochen. Dabei kommt es den Kindern oft auch auf die Menge des Textes an, der gelernt werden muss. Man sollte die Mitspieler jedoch nicht immer gleich auf die "richtigen" Rollen festlegen. Es ist nicht das Ziel, dass Schauspieler "Traumrollen" besetzen, sondern jede Rolle spielen können. Es kann sogar besonders wichtig und reizvoll sein, einen Charakter zu verkörpern, der einem überhaupt nicht liegt und zu dem man sich überwinden muss.

Einstudierung

Die Kinder lernen ihren Text zu Hause / in der Schule auswendig. In den Theaterstunden werden die einzelnen Passagen geübt und ausgebaut.

Ausstattung

Auf dem Dachboden gelagerte Kisten mit wichtigen Requisiten (alte Jacken, Röcke, Hosen, Mäntel, Hüte, Kopftücher usw.) gehören zur Grundausstattung der Schule. Sie können jederzeit benutzt werden. Immer wieder kommen neue Dinge dazu. Viele Eltern unterstützen uns außerdem, indem sie Kostüme nähen und der Schule spenden. Bühnenbilder werden wegen Platzmangel meist nur mit wenigen Requisiten angedeutet.